Kenntnisstand

April 2021

Einleitung

Dieses Dokument beschreibt die Einstellungen die getroffen werden müssen, wenn ProCall in einer Remote Desktop Verbindung läuft und die Audio/Video Kommunikation darüber genutzt werden soll.

Dieses Szenario wurde mit folgenden Betriebssystemen getestet und wird bisweilen auch nur mit Windows Server 2012 R2 oder neuer unterstützt:

  • Windows Server 2019 / 2016 / 2012 R2 
  • Windows 8.1
  • Windows 10

Einstellungen für Audio/Video in einer RDC

Gruppenrichtlinie

Via Gruppenrichtlinie (verteilt oder lokal) wird die Option zur Umleitung ermöglicht.

Terminal Server Gruppenrichtlinie

Auf dem Terminal Server (Remote Desktop Services) müssen die Umleitungen für Audio konfiguriert bzw. aktiviert werden.
Öffnen Sie dazu auf dem Server den Gruppenrichtlinieneditor und navigieren zu:

Computer Configuration\Administrative Templates\Windows Components\Remote Desktop Services\Remote Desktop Session Host\Device and Resource Redirection

Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Remotedesktopdienste\Remotedesktopverbinungs-Host\Geräte-Ressourceumleitung

Aktivieren/Deaktiveren Sie folgende Einstellungen: 

EinstellungStatus
  • Keine Umleitung von Videoaufnahmen zulassen
  • Deaktiviert/Disabled
  • Umleitung bei unterstützen Plug & Play-Geräten nicht zulassen
  • Deaktiviert/Disabled
  • Umleitung der Audio- und Videowiedergabe zulassen  
  • Aktiviert/Enabled
  • Umleitung der Audioaufnahme zulassen
  • Aktiviert/Enabled
Beispiel Screenshot: Device and Resource Redirection


Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Remotedesktopdienste\Remotedesktopverbinungs-Host\Umgebung für Remotesitzung

EinstellungStatus
  • RemoteFX-Codierung für RemoteFX-Clients für Windows Server 2008 R2 SP1
  • Aktiviert/Enabled
Beispiel Screenshot Local Group Policy Editor - Remote Session Environment


Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Remotedesktopdienste\Remotedesktopverbinungs-Host\Umgebung für Remotesitzung\RemoteFX für Windows Server 2008R2

EinstellungStatus
  • RemoteFX konfigurieren  
  • Aktiviert/Enabled
Beispiel Screenshot: Local Group Policy Editor - RemoteFX

 

Client Gruppenrichtlinie

Auf dem Client (Remote Desktop Client) muss die Umleitung für lokal verbundene USB-Geräte (in diesem Fall die WebCam) aktiviert werden.

Öffnen Sie dazu auf dem Client den Gruppenrichtlinieneditor und navigieren zu:

Computer Configuration\Administrative Templates\Windows Components\Remote Desktop Services\Remote Desktop Session Client\RemoteFX USB Device Redirection

Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Remotedesktopdienste\Remotedesktopverbinungs-Client\RemoteFX USB-Geräteverwaltung

EinstellungStatus
  • RDP-Umleitung für andere unterstützte RemoteFX USB-Geräte auf diesem Computer zulassen    
  • Aktiviert/Enabled
Beispiel Screenshot Local Group Policy Editor RemoteFX USB Device Redirection

Beachten Sie, dass das Aktualisieren von Gruppenrichtlinen (wann die Gruppenrichtlinien aktiv werden) von verschiedenen Faktoren abhängt. Mehr Details dazu finden Sie in der Microsoft Dokumentation:

Remote Desktop Connection Einstellungen

Lokale Ressourcen >> Remote Audio >> Einstellungen...

Lokale Ressourcen >> Lokale Geräte und Ressourcen >> Weitere...

"Andere unterstützte RemoteFX-USB-USB Geräte" müssen verfügbar sein, sollten aber nicht aktiviert werden:

Konfigurationsüberprüfung der RDP Client Sitzung

In Microsoft Windows Mikrofon-Datenschutzeinstellungen (Einstellungen\Datenschutz\Mikrofon) die Option "Apps die Verwendung meines Mikrofons erlauben" aktivieren.


In Microsoft Windows Kamera-Datenschutzeinstellungen (Einstellungen\Datenschutz\Kamera) die Option "Apps die Verwendung meiner Kamera erlauben" aktivieren.

Die im Client (Remote Desktop Client) Betriebssystem ausgewählten Eingabe- und Ausgabe Geräte sind innerhalb der RDP Sitzung auf dem Terminal Server unter Control Panel\All Control Panel Items\Device Manager als "Remote Audio" verfügbar:

und können im ProCall Client Audio-/Video-Wizard unter Mikrofon, Wiedergabegerät und Rufton ausgewählt werden:

Im nächsten Schritt wird die Kamera ausgewählt:

Weitere technische Hinweise

Allgemeine Betriebshinweise

estos kann mangels eigener Optimierungsmöglichkeiten keine allgemeingültige Empfehlung für den Softphone-Betrieb im Microsoft Windows Terminal Server-Umfeld aussprechen. Die Auslegung und Auslastung einer derartigen Topologie zeigt sich von Kunde zu Kunde zu divers, sodass die Einsatzmöglichkeit von ProCall Softphones nur im Rahmen intensiver Tests kundenspezifisch geprüft werden muss.

Priorisierung der Audiodaten

Über die Einstellung audioqualitymode:i:1 oder audioqualitymode:i:2 kann die Audioqualität in der RDP-Datei am lokalen Client unabhängig von der verfügbaren Bandbreite statisch vorgegeben werden.

Siehe auch


Tests im Labor haben aufgezeigt, dass der Parameter audioqualitymode keine wesentliche Verbesserung der Audioqualität herbeiführen kann, wenn sich die Terminal Services unter Last befinden. Die Komprimierung oder Reduzierung der Audiopakete mithilfe dieses Parameters haben dann keinen maßgeblichen Einfluss auf die Auslieferung der RTP-Pakete hin zum UC Media Server. D. h. die RTP-Pakete werden mit hörbaren Lücken am Kurento empfangen und so auch unmittelbar an die PBX weitergeleitet.

Analyse von Audio-Qualitätsproblemen

Für die Analyse des RTP-Datenstroms wird ein beschriebener Wireshark Trace des Terminals Servers und des UCServers (Media Server) sowie eine Netzwerktopologie benötigt: Analyse des Softphone Verhaltens

Wenn bei der Analyse herauskommt, dass auf der Netzwerkstrecke Datenpakete verzögert oder unregelmäßig ankommen/versendet werden oder gar verloren gehen, kann über ProCall hier keine Verbesserung stattfinden, sondern muss vom Integrator in der Umgebung weiter analysiert und behoben werden.

Weiterführendes