ProCall Infinity - Automatische Umverteilung der Benutzer bei Ausfall eines UCServers
April 2026
ProCall Infinity ab Version 2603.0
Bei Clients, auf denen Versionen unter 2603.0 laufen, ist das automatische Failover nicht oder nur eingeschränkt verfügbar.
Leistungsumfang
Grundlage und Voraussetzung ist die allgemein zugängliche Dokumentation zu ProCall Infinity (DataCenter) unter https://support.estos.de/de/procall-datacenter,
insbesondere zu https://support.estos.de/de/procall-datacenter#ProCallDataCenter-AusfallsicherheitundSkalierbarkeit.
Automatischer Umzug der Benutzer bei Ausfall eines UCServers auf verfügbare UCServer
Damit werden die Entscheidungsregeln im Login‑Prozess zur Erhöhung der Ausfallsicherheit und Serviceverfügbarkeit des UCServers innerhalb einer ProCall Infinity Multi-Server-Umgebung. beschrieben.
Ziel ist, Benutzerzugriffe intelligent zu steuern, Ausfallfolgen zu minimieren und einen stabilen Telefonie‑Betrieb sicherzustellen.
Das Leistungsmerkmal behandelt ausschließlich das Failover des UCServers und nicht die Ausfallsicherheit externer Komponenten (z. B. Telefonanlage, SQL‑Server, Netzwerk‑Infrastruktur).
Maßnahmen zur Aufrechterhaltung eines stabilen Telefonie-Betriebs bei Ausfall eines UCServers/Welchen Impact hat ein Ausfall auf die Gesamtumgebung?
Fällt ein UCServer aus, bedeutet dies nicht den Ausfall der kompletten Multi-Server-Umgebung. Von dem jeweiligen Ausfall ist nur der jeweilige Server, die daran hängenden Clients/Benutzer und Leitungen betroffen.
Funktion der automatischen Benutzerverteilung
Folgende Schritte sorgen dafür, dass Benutzer im Fehlerfall automatisch und kontrolliert auf verfügbare UCServer umverteilt werden, ohne dass Administratoren manuell eingreifen müssen: Die verbleibenden UCServer Knoten erkennen den Wegfall über fehlende Health-Daten (Health Monitoring) bzw. Verbindungsfehler, und die Verteilungslogik startet.
Server-Logik: Verfahren zur Login‑Entscheidung
Die Login‑Entscheidungslogik bewertet die Auslastung (z. B. angemeldete Benutzer und weitere Werte) aller Knoten und entscheidet bei Benutzeranmeldung, ob ein Login lokal akzeptiert, an den konfigurierten Verwaltungsserver weitergeleitet, relokalisiert oder blockiert wird.
Dabei wird eine gleichmäßige Lastverteilung angestrebt und gewährleistet, dass bei Relokation SIP‑Registrations und TAPI‑Leitungen konsistent auf einen laufenden Knoten überführt werden; zudem wird das Rückbringungsverhalten nach Wiederinbetriebnahme eines Servers geregelt.
Die Regeln sind insbesondere für Szenarien konzipiert, in denen ein UCServer ausfällt oder nicht erreichbar ist, und legen fest, wie Logins, SIP‑Registrierungen und TAPI‑Leitungen in solchen Fällen behandelt werden.
Leitungen automatisch/dynamisch im UCServer verwenden
Welche Ausfälle und Szenarien werden damit abgedeckt?
Konkret wird hier das Vorgehen beim Ausfall eines oder mehrerer UCServer Knoten (z. B. wenn ein UCServer nicht erreichbar ist) beschrieben und welche Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Benutzer-Anmeldung und Telefoniediensten zu ergreifen sind.
Systemvoraussetzungen
Allgemeine Systemanforderungen für die ProCall Infinity Multi-Server Architektur
ProCall Infinity Multi-Server-Umgebung gemäß ProCall Infinity (DataCenter) Systemvoraussetzungen:
Eingesetzte ProCall Infinity (DataCenter) Version
- ProCall Infinity (DataCenter) ab Version 2603.0
UCServer
- Ausreichende Kapazität/Anzahl UCServer, damit alle Benutzer in der Multi-Server-Umgebung verteilt werden können.
- Netzwerkkonnektivität: Alle UCServer müssen Zugriff auf die Telefonanlagen haben.
ProCall Desktop for Windows
- ProCall Desktop for Windows ist funktionsfähig in Betrieb genommen,
DNS‑Einträge für ProCall Desktop for Windows müssen vorhanden sein.
ProCall DataCenter - Installation-Konfiguration-und-Einstellungen Verbindung der Clients mit der Multi-Server-Umgebung
Eintragen eines DNS Service Resource Records
ProCall Web (Preview)
- Falls ProCall Web im Self-Hosting betrieben wird:
Self-Hosting von ProCall Web - Bereitstellung auf kundeneigenen Systemen - Konfigurationsdatei für ProCall Web (Preview) im Self‑Hosting bereitgestellt.
Weiterleitung der ProCall Infinity (DataCenter) Verwaltungsserver ist eingerichtet.
ECSTA
ECSTA ist erforderlich, wenn TAPI-Leitungen genutzt werden.
Die UCServer zeigen alle im Verbund verfügbaren TAPI-Leitungen an und nicht nur die auf dem jeweiligen Server von ECSTA bereitgestellten Leitungen.
Nähere Hinweise zu Voraussetzungen und Einschränkungen finden Sie unter: Globale Leitungsverwaltung
Inbetriebnahme/Administration
Erfüllung der Systemvoraussetzungen
Stellen Sie vor der Inbetriebnahme die Erfüllung der Systemvoraussetzungen sicher.
Für ProCall Web (Preview)
Weisen Sie die Benutzer initial einem ProCall Infinity (DataCenter) Verwaltungsserver zu (statisch).
Eine entsprechende Anleitung finden Sie im ProCall Infinity (DataCenter) Installations- und Konfigurationshandbuch
Self-Hosting von ProCall Web - Bereitstellung auf kundeneigenen Systemen
Konfigurationseinstellungen
Aktivieren/Deaktivieren der Verteilungs-/Serverlogik
Die Serverlogik für die automatische Verteilung der Benutzer bei Ausfall eines UCServers ist standardmäßig deaktiviert.
Um die Serverlogik zu aktivieren, müssen Sie in der UCServer Verwaltung unter Basisdienste bei Ausfallsicherheit explizit den Haken bei "Automatische Benutzerverteilung deaktivieren" entfernen.
Beispiel Screenshot: ProCall Infinity UCServer Verwaltung - Basisdienste - Einschränkungen - Ausfallsicherheit - Automatische Benutzerverteilung deaktivieren


Unvorhergesehene Ereignisse/Geplante Maßnahmen
Für unvorhergesehene Ereignisse wie z. B. Ausfall eines UCServers sollte das Automatische Umverteilen generell eingeschaltet sein.
Leitungen werden nicht automatisch umgezogen, wenn der Verwaltungsserver (Homeserver) eines Benutzers über die UCServer Verwaltung geändert wird.
Es gibt nur einen Automatismus, wenn durch Serverausfall ein automatisches Umziehen angestoßen wird.
Automatischer Umgang im Fehlerfall: Ausfall eines UCServers
Relocation / Verteilung der User
- Die Login-Logik wählt anhand aktueller Health-Scores einen neuen Verwaltungsserver (Homeserver) für betroffene User aus.
- Im User-Profil werden Relocation-Felder (RelocationHomeserverOrigin, RelocationDate) gesetzt, um die Migration zu kennzeichnen.
- SIP-Registrations und TAPI/ECSTA-Leitungen werden auf den neuen Knoten übertragen.
- Der Client erhält ein Redirect auf den Ersatz-Server.
Bekannte Einschränkung
Nach einer Relocation eines Benutzers kann der Anmeldestatus des Clients in der Benutzerliste der UCServer Verwaltung falsch angezeigt werden. Der Client wird nur auf dem Server, auf dem sich der Benutzer aktuell befindet, als angemeldet angezeigt, auf allen anderen Servern jedoch als abgemeldet – obwohl der Client korrekt verbunden ist. Ein Neuladen von ucadmin oder ein Neustart der Server behebt die Anzeige nicht zuverlässig.
Rückkehr / Recovery
Nach Wiederinbetriebnahme prüft ein periodischer Recovery-Job die Relocation-Einträge und zieht Benutzer zurück, sofern ihr Origin-Server gesund ist und keine aktive Sitzung besteht.
Rückrelokation erfolgt gestaffelt, um Lastspitzen zu vermeiden.
Weiterführende Informationen
ProCall Infinity (DataCenter) Release Notes →