Kenntnisstand

Oktober 2021

ProCall 7 Enterpriseab V 7.3.0
Cloud PBX 

BroadSoft Germany GmbH Placetel PROFI Cloud PBX


Hinweise zur estos Testumgebung

Mit der oben angegebenen Telefonanlage wurden die Softphone Funktionen (SIP) von ProCall in der estos Laborumgebung getestet. Die nachfolgenden Informationen wurden bei der Einrichtung der Telefonanlage für die Anmeldung / Registrierung der einzelnen SIP-Leitungen an den UCServer verwendet.

SIP- und RTP-Transport

Für die Anbindung von SIP-Leitungen werden derzeit nur UDP-Verbindungen unterstützt.

Placetel PROFI SIP-Accounts

Die für die Nutzung von ProCall Enterprise einzurichtenden SIP-Accounts und die Anbindungshinweise hinsichtlich des zu verwendenden Registrars werden Ihnen von Placetel mitgeteilt und sind in der UCServer Verwaltung in nachfolgend beschriebener Weise in den jeweiligen Entsprechungen zu hinterlegen.

Konfiguration des UCServers

Die Einstellungen werden in der UCServer Verwaltung vorgenommen:

Einrichtung der Telefonanlagenanbindung

Tragen Sie die Verbindung zur Telefonanlage als SIP-Softphone mit dem Typ Placetel - Placetel PROFI (vPBX) unter „Leitungenein.

Beispiel Screenshot UCServer Verwaltung - Telefonie - Leitungen

In der Eingabezeile Registrar/IP-Adresse ist bereits der Registrar und die Angabe des Port vorbelegt. Bitte überprüfen Sie diese Angaben auf Richtigkeit oder tragen die für Ihren Zugang korrekten Daten, welche Sie von Placetel erhalten haben, hier ein:

Beispiel Screenshot SIP-Softphone hinzufügen - Registrar

Die weiteren Angaben Reregister nach, Register Verzögerung, NAT Refresh und SIP Transport sind ebenfalls bereits geeignet vorbelegt, könnten jedoch nach Gesamtzahl der Leitungen und der Netzwerktopologie anzupassen sein.

Die Standardeinstellung für Reregister nach von 240 s ist ein praktikabler Wert, der bedarfsweise in definierten Stufen zwischen 90 und 7200 Sekunden angepasst werden kann.

Sollten mehr als (in der Größenordnung) 25 SIP-Leitungen zu registrieren sein, ist die Verringerung der Register Verzögerung von 300 ms nicht empfehlenswert, um damit eine zeitlich besser verteilte Registrierungserneuerung zu erzielen. Eine Erhöhung dieses Wertes könnte hingegen erforderlich sein, um bei einer großen Anzahl von Leitungen ein Blacklisting seitens der vPBX zu vermeiden.

NAT Refresh

Je nach Verbindungstechnik aus dem internen Netzwerk über das Internet hin zum Provider der virtuellen PBX kann es notwendig werden, den Wert der Einstellung NAT Refresh zu verringern, um damit zu verhindern, dass die virtuelle Telefonanlage von außen keinen Kontakt mehr zum estos UCServer aufnehmen kann, da bspw. von einem NAT-Router oder einer Firewall zwischenzeitlich die UDP-Verbindung geschlossen oder das NAT UDP Mapping gelöscht wurde.


SIP-Transport

Die von estos entwickelte, getestete und freigegebene Anbindung von SIP-Teilnehmern an dieser vPBX setzt in der Einstellungsoption SIP Transport die Auswahl UDP voraus.

Damit werden SIP Messages nach derzeitigem Entwicklungsstand unverschlüsselt mit dem Registrar ausgetauscht. Ebenso werden die Audiodaten von und zur PBX via RTP unverschlüsselt übertragen.

Sollten Sie diese Einstellungsoption von der Vorgabe UDP abweichend konfigurieren, erfolgt dies auf eigene Verantwortung. Ebenfalls ist der Support für eine hiervon abweichende Einstellung durch den estos Support ausgeschlossen.


Softphone Registrierung

Für die Registrierung spezifischer SIP Softphone-Leitungen an der Placetel PROFI vPBX im estos ProCall Enterprise Server tragen Sie pro Leitung die erforderlichen Angaben ein, welche Sie im Placetel Webportal unter VoIP-Ziele und den dort hinterlegten VoIP-Zugangsdaten auslesen können. Konkret erforderlich sind die Daten SIP-Benutzername, SIP-Passwort und die vollständige Rufnummer. Bitte verifizieren Sie dabei auch die Angabe zum SIP-Server:

Beispiel Screenshot: Placetel - VoIP-Ziel Grundeinstellungen und VoIP-Zugangsdaten


  • Benutzername(n): die Angabe des SIP-Benutzername wie in der vPBX hinterlegt und ersichtlich im Placetel Webportal,
  • Passwort: das SIP-Passwort wie in der vPBX hinterlegt und ersichtlich im Placetel Webportal,
  • Weitere Softphones konfigurieren: nach Betätigen des Weiter > Buttons wird Ihnen dieser Dialog erneut zwecks Angaben zu einer weiteren SIP-Leitung angezeigt.
    Weitere Softphone-Leitungen können jedoch auch nachträglich hinzugefügt oder via Dateiimport angelegt werden.
  • Auth.Benutzername vom Benutzernamen übernehmen: aktiviert (immer angehakt)
  • Rufnummer vom Benutzernamen übernehmen: deaktiviert (immer NICHT angehakt)
  • Rufnummer: die Angabe der Rufnummer im superkanonischen / E.164-Format.
    Es kann auch die Durchwahl verwendet werden, sofern diese durch die Standortkonfiguration (siehe späteren Schritt) zuverlässig zu einer superkanonisch formatierten Leitungsnummer gewandelt wird und so auch in der Leitungsliste dargestellt wird.

Beispiel Screenshot SIP-Softphone hinzufügen - Anmeldung SIP-Registrierung

Name für die Leitungsgruppe definieren

Nachdem die SIP-Leitungen der Leitungsgruppe hinzugefügt wurden, ist für diese noch ein eindeutiger Name einzutragen: <Leitungsgruppenname>. Als Standard ist Placetel vorgegeben, jedoch kann von diesem Standard unter Berücksichtigung der zulässigen Zeichen abgewichen werden.

Zulässige Zeichen

Bitte berücksichtigen Sie, dass im Leitungsgruppennamen nur die Buchstaben a - z, A - Z und Ziffern erlaubt sind. Umlaute, Leer- oder Sonderzeichen sind hier nicht zulässig.

Beispiel Screenshot Leitungsgruppe benennen

Richten Sie dann in der UCServer Verwaltung die Angaben zu Standort und Telefonie ein:

Standort konfigurieren

Richten Sie in der UCServer Verwaltung unter Allgemein - Leitungen einen Standort mit den Informationen zu Amtskennziffern, Vorwahl, Anlagenrufnummer und Durchwahlbereich ein.

Die folgend dargestellten Regeln für die Amtskennzifferverarbeitung und die Formatierung zeigten sich in den Testanschaltungen an die Placetel Profi Cloud PBX als geeignet, könnten jedoch aufgrund kundenspezifischer Anschaltvarianten hiervon auch abweichen und eine Nachjustierung erforderlich machen. Sie erreichen diese Einstellungsoptionen direkt über den oben dargestellten Button Details...

Beispiel Screenshot Standort - Amtskennziffern

Beispiel Screenshot Standort - Formatierung

Beispiel Screenshot Erweitert - Basisdienste

Formatierung

Achten Sie darauf, unter Erweitert – Basisdienste das Rufnummernformat PC-Wahl auf Wahlregeln anwenden (Standard) einzustellen und die Option Im Ortsnetz immer mit Vorwahl wählen zu aktivieren.

Leitungsgruppe konfigurieren

Über das Kontextmenü der Leitungsgruppe erreichen Sie den Menüpunkt Eigenschaften.
Öffnen Sie die Eigenschaften der Leitungsgruppe mit dem Namen, den Sie oben unter <Leitungsgruppenname> definiert haben.

Standort der Leitungsgruppe

Tragen Sie den zuvor angelegten Standort hier unter Standorteinstellungen ein. 

Beispiel Screenshot Eigenschaften für Leitungsgruppe - Standorteinstellungen


Audiocodecs priorisieren

Auf der Registerkarte Media achten Sie darauf, die beiden Audio-Codecs Richtung PBX mit folgender Priorisierung zu aktivieren:
G.711 aLaw (1. Position),
G.711 μLaw (2. Position).
In der Einstellungsmöglichkeit für die Audio-Codecs Richtung Client stehen die Codecs G.711 und Opus zur Verfügung. Hierbei wählen Sie den Codec aus, der Ihren Anforderungen idealerweise entspricht.

Import von SIP Softphone-Leitungen

Bei einer großen Anzahl von SIP Softphone-Leitungen ist die manuelle Eingabe der relevanten Informationen bzgl. Benutzername, Kennwort und Rufnummer via oben dargestelltem Dialog recht aufwändig. Es steht deshalb auch eine Importfunktion zur Verfügung, um die Leitungsinformationen aus einer CSV-formatierten Datei einzulesen.

Beispiel Screenshot Softphone-Registrierungen Import 

Die zu importierenden Datensätze müssen in der Importdatei im CSV Format (durch Komma separierte Werte) vorliegen. Für jede zu importierende Softphone-Leitung ist eine Zeile vorzusehen, die die erforderlichen Parameter enthält.

Die Reihenfolge der Parameter ist strikt festgelegt, fehlende Werte sind anhand eines Kommas zu kennzeichnen.

  1. Wert: Benutzername (Pflichtfeld),
  2. Wert: Auth.Benutzername (optional),
  3. Wert: Kennwort (optional),
  4. Wert: Rufnummer vom Benutzernamen abweichend (optional).

An der OD Cloud ist ein gesonderter Auth.Benutzername nicht in Verwendung:

  1. Wert Benutzername: Pflichtfeld zur Identifikation der SIP-Leitung,
  2. Wert Auth.Benutzername: dieser wird anhand des Separators "," übersprungen,
  3. Wert Kennwort: Pflichtfeld für die Angabe des Kennworts für den Zugriff auf die SIP-Leitung,
  4. Wert Rufnummer: Pflichtangabe der vollständig superkanonisch formatierten Rufnummer der SIP-Leitung.

Beispiel für zu importierende Datensätze mit nicht verwendetem Auth.-Benutzername:

abc_xxx,,asdfghjklö,+497211002006000
abc_yyy,,asdfghjklö,+497211002006001
abc_zzz,,asdfghjklö,+497211002006002
...
CODE


Falls ein Benutzernamen-Eintrag in der Importdatei enthalten ist, der bereits in der Liste der Softphone-Registrierungen in der Leitungsgruppe enthalten ist, wird dieser während des Imports übersprungen. Auch wenn sich die optionalen Werte zum Benutzernamen geändert hätten, würde ein bereits vorhandener Benutzername nicht hinsichtlich seiner Werte aktualisiert. Ein Import kann auch nicht dazu verwendet werden, Benutzernamen aus der Liste der zu registrierenden Softphone-Leitungen zu löschen. Ein in der Importdatei nicht mehr enthaltener Benutzername sorgt bei einem erneuten Importvorgang nicht für eine Löschung des Benutzernamens in der Leitungsgruppe. Sollten also umfassende Änderungen an vorhandenen Benutzernamen durchgeführt werden, ist überlegenswert, ob die Löschung sämtlicher Benutzernamen in der Leitungsgruppe und ein anschließender neuer Import mit den korrigierten Daten sinnvoller sein könnte.

Bemerkungen und bekannte Einschränkungen

Pickup Feature-Code / gezieltes Heranholen von Anrufen

Im derzeitigen Entwicklungsstand kann ein Pickup Feature-Code in den Eigenschaften der Placetel Leitungsgruppe noch nicht hinterlegt werden, d. h. das gezielte Heranholen von Rufen ist aktuell noch nicht unterstützt.

Darstellung bei anonymen Anrufen

Insofern der Anrufer seine eigene Rufnummer nicht übermittelt bzw. unterdrückt, zeigt das ProCall Enterprise Client Gesprächsfenster die eigene Rufnummer des ProCall Benutzers als Anruferinformation. Die Behebung dieses Problems ist estos-seitig aktuell in Arbeit.

Anzeige des Weiterleitenden

Bei Anrufen, welche einem ProCall Enterprise Benutzer mittels direkter Weiterleitung übergeben werden, zeigt das Gesprächsfenster am Weiterleitungsziel unter Weitergeleitet von einen Placetel PROFI SIP-Benutzernamen, der von den Benutzern in der Regel nicht unmittelbar interpretierbar ist.

Gewünscht ist, unter Weitergeleitet von nach Verfügbarkeit den Namen des weiterleitenden SIP-Leitungsbenutzers anzuzeigen, damit dem Transferziel nicht nur die Information über den transferierten Anrufer, sondern auch die Information über den ursprünglich angerufenen Teilnehmer vorliegt. Dieses Problem ist estos-seitig aktuell in Arbeit.

Versionshinweis

Da estos auf die Weiterentwicklung der unterstützten Telefonanlagen durch den Hersteller keinen Einfluss hat, können wir nicht garantieren, dass die oben beschriebene Anleitung auch für künftige Releases uneingeschränkt gültig ist.